Von Deutschland über Luxemburg, Belgien und Frankreich führte die Route nach Calais, mit der Fähre über den Ärmelkanal nach Dover und weiter durch die britische Provinz bis nach Grimsthorpe Castle in Lincolnshire. Rund 1.200 Kilometer später stand fest: Dieser Weg hat sich gelohnt.
Grimsthorpe Castle – die perfekte Bühne
Die weitläufigen Ländereien rund um Grimsthorpe Castle boten die perfekte Kulisse für die zwölfte Ausgabe der Malle Mile. Über 2.000 Motorräder waren für die verschiedenen Disziplinen gemeldet. Wiesen, Offroad-Passagen, Trails und improvisierte Rennstrecken verwandelten das Gelände in einen riesigen Spielplatz für Jung und Alt, die einfach nur fahren wollen.
Denn genau darum geht es bei der Malle Mile: Eine Rennveranstaltung, bei der niemand gewinnt – so deren Motto. Nicht die schnellste Zeit zählt. Nicht die Platzierung. Sondern der Spaß, das Erlebnis und die gemeinsame Leidenschaft.
Kaum ein anderes Festival bringt eine solche Vielfalt zusammen. Klassische Racer treffen auf moderne Enduros, Custom Bikes stehen neben Scramblern, historische Motorräder neben verrückten Eigenbauten. Hier geht es nicht um Perfektion – sondern um Charakter.
Beim Sprint Race, Hill Climb, Scramble Jam, Malle 500 oder Moto Polo wurde gegeneinander gefahren und gespielt, sogar zu einem motorisierten Lanzenstechen im Sinne frühzeitlichen Kräftemessens konnte man sich anmelden. Begleitet wurde das Spektakel von Moderatoren, die mit viel Wortwitz und jeder Menge lockerer Sprüche dafür sorgten, dass jeder Lauf zu einer Show wurde.
Besonders beeindruckend war zu sehen, wie selbstverständlich die nächste Generation Teil dieser Gemeinschaft wird. Auf dem Mini-Malle-Kurs konnten Kinder erste Erfahrungen sammeln, ihre ersten Runden drehen und die Faszination Motorrad entdecken. Viele Väter nutzten die Gelegenheit, ihre Begeisterung weiterzugeben – nicht mit großen Worten, sondern einfach durch gemeinsames Erleben.
Vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft solcher Veranstaltungen: Motorradfahren wird nicht nur gefahren. Es wird geteilt.
Die Malle Mile ist längst mehr als ein Motorrad-Festival. Sie ist ein Treffpunkt für Menschen, die unterschiedlichste Geschichten mitbringen, aber eine gemeinsame Sprache sprechen. Dazu Leckeres von verschiedensten Food-Trucks, großartige Live-Musik und diese besondere Atmosphäre, die entsteht, wenn viele unterschiedliche Menschen ihre Leidenschaft miteinander teilen. Die Organisatoren Robert und Jonny von Malle London sowie die zahlreichen freiwilligen Helfer schaffen eine Umgebung, in der jeder willkommen ist – vom ersten Kilometer auf dem Motorrad bis zum alten Hasen. Hut ab!
Für diese Reise war die Indian Chieftain Dark Horse der perfekte Begleiter. Der Seesack mit Zelt, Schlafsack und Matraze wurde hierfür an der Sisi-Bar moniert zur bequemen Rückenlehne umfunktioniert, der Tempomat auf den langen Autobahn-Strecken auf um die 130 km/h eingestellt und das Windschild hochgefahren, so dass die insgesamt 2.700 Kilometer äußerst entspannt gefahren werden konnten. Mit durchschnittlich 5,9 Liter Verbrauch (im Standard-Modus) schnurrte der 1.800 ccm große V-Twin in allen Drehzahlbereichen tadellos. Headset, Smartphone und Ride Command-Display der Chieftain wurden easy miteinander verbunden, so dass bei aufkommender Langeweile entweder telefoniert oder laute Musik gehört werden konnte. Nützliches Feature in der vorabendlichen Rush-Hour auf der M25 im östlichen Stadtrand Londons: Abstands- und Kollisionsmeldungen am Display und Spiegeln, denn da war im ungewohnten Linksverkehr Vorsicht geboten.
Ein besonderer Dank geht hierfür an Indian Motorcycle Germany für diese perfekte Leihgabe als besten Reisebegleiter.
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