Es sind nicht die Kilometer, die eine Reise besonders machen. Es sind die Orte, die Menschen und die Geschichten, die unterwegs entstehen.
Von Deutschland über Luxemburg, Belgien und Frankreich führte die Route nach Calais, mit der Fähre über den Ärmelkanal nach Dover und weiter durch die britische Provinz bis nach Grimsthorpe Castle in Lincolnshire. Rund 1.200 Kilometer später stand fest: Dieser Weg hat sich gelohnt.
Grimsthorpe Castle bietet die perfekte Bühne
Die weitläufigen Ländereien rund um Grimsthorpe Castle boten die perfekte Kulisse für die 12. Ausgabe der Malle Mile. Über 2.000 Motorräder waren für die verschiedenen Disziplinen gemeldet. Wiesen, Offroad-Passagen, Trails und improvisierte Rennstrecken verwandelten das Gelände in einen riesigen Spielplatz für Jung und Alt, die alle nur fahren wollen.
Denn genau darum geht es bei der Malle Mile: Eine ‚Rennveranstaltung, bei der niemand gewinnen kann’, so zumindest das Motto der beiden Gründer Robert Nightingale und Jonny Cazzola von „Malle London“.
Ihre Brand starteten die beiden Cousins bereits im Jahr 2013, mit der Idee gut aussehende und funktionierende Motorrad- und Weekender-Taschen aus dicker, gewachster Baumwolle zu fertigen. Rund um ihre Marke organisieren sie mittlerweile mehr als eine Handvoll Events und geführte Touren, die allesamt in britisch angehauchtem Vintage-Lifestyle und voller Freude am Fahren für unterschiedlichstes Klientel gestaltet sind.
Nicht die schnellste Zeit zählt. Nicht die Platzierung. Sondern der Spaß, das Erlebnis und die gemeinsame Leidenschaft.
Kaum ein anderes Festival bringt eine solche Vielfalt zusammen. Klassische Racer treffen auf moderne Enduros, Custom-Bikes fahren neben Scramblern, historische Motorräder neben verrückten Eigenbauten. Hier geht es nicht um Perfektion sondern um Charakter und die Community.
Beim Sprint Race, Hill Climb, Scramble Jam, Malle 500 oder Moto Polo wurde gegeneinander gefahren und gespielt, sogar zu einem motorisierten Lanzenstechen im Sinne frühzeitlichen Kräftemessens konnte man sich stellen. Begleitet wurde das Spektakel von Moderatoren, die mit viel Wortwitz und jeder Menge lockerer Sprüche dafür sorgten, dass jeder Lauf zur Show wurde.
Besonders beeindruckend war zu sehen, wie selbstverständlich die nächste Generation Teil dieser Szene wird. Auf dem Mini-Malle-Kurs konnten Kinder erste Runden drehen und die Faszination Motorrad für sich entdecken. Viele Väter nutzten die Gelegenheit, ihre Begeisterung weiterzugeben, nicht mit großen Worten, sondern einfach durch gemeinsames Fahren und Erleben.
Vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft solcher Veranstaltungen: Motorräder werden hier nicht nur gefahren. Sie dienen als Medium.
Die Malle Mile und sämtliche anderen Malle-Events sind längst mehr als Motorrad-Festivals. Sie sind Treffpunkt für Menschen, die unterschiedlichste Geschichten mitbringen, aber einen gemeinsamen Lifestyle leben. Dazu Leckeres von verschiedensten Food-Trucks, großartige Live-Musik und diese besondere Atmosphäre, die entsteht, wenn viele unterschiedliche Menschen eine gemeinsame Leidenschaft miteinander teilen. Die Organisatoren sowie die zahlreichen freiwilligen Helfer schaffen eine Umgebung, in der jeder willkommen ist, von ersten Metern auf dem Moped bis zum alten Hasen mit Sammlerobjekt. Hut ab!
Für diese Reise war die Indian Chieftain Dark Horse der perfekte Begleiter. Der Seesack mit Zelt, Schlafsack und Matratze wurde hierfür an der Sisi-Bar moniert zur bequemen Rückenlehne umfunktioniert, der Tempomat auf den langen Autobahn-Strecken auf um die 130 km/h eingestellt und das Windschild hochgefahren, so dass die insgesamt 2.700 Kilometer äußerst entspannt gefahren werden konnten. Mit durchschnittlich 5,9 Liter Verbrauch (im Standard-Modus) schnurrte der 1.834 ccm große PowerPlus-V-Twin in allen Drehzahlbereichen tadellos. Headset, Smartphone und Ride Command-Display der Chieftain wurden easy miteinander verbunden, so dass bei aufkommender Langeweile entweder telefoniert oder laute Musik gehört werden konnte. Nützliches Feature in der vorabendlichen Rush-Hour auf der M25 im östlichen Stadtrand Londons: Die Abstands- und Kollisionsmeldungen am Display und Spiegeln, denn da war im ungewohnten Linksverkehr Vorsicht geboten.
Ein besonderer Dank geht hierfür an Indian Motorcycle Germany für diese perfekte Leihgabe als besten Reisebegleiter.
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